Monatszeitschrift AA-DACH

AA-DACH, die Zeitschrift der deutschsprachigen Anonymen Alkoholiker erscheint monatlich und kann in der Printversion ausschließlich über unser gemeinsames Dienstbüro in Deutschland bezogen werden.
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Frankfurter Allee 40, D-10247 Berlin
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Die Zusendung erfolgt in einem undurchsichtigen Kuvert mit dem neutralen Absender "Literaturversand". Es können nur Jahresabos (Kalenderjahr) bestellt werden.
Die in AA-DACH veröffentlichten Artikel sind Beiträge von AA-Freund*innen, die auf ihren Erfahrungen mit der Nüchternheit mithilfe des AA-Programms beruhen. Sie stellen keine Stellungnahme der Gemeinschaft der AA dar und können nicht auf AA als Ganzes bezogen werden, vielmehr präsentiert sich die AA-Gemeinschaft hier in all ihrer Verschiedenheit und Verbundenheit.
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Hier findest du die kommenden Monatsthemen.
LESEPROBE AA-DACH September 2026:
Ich war ungehalten und aggressiv
Wir versuchten, alles wieder gutzumachen … Wie sehr wünsche ich mir das!
Die vielen Auseinandersetzungen mit der Mutter meiner Tochter! Ich entschuldige mich regelmäßig bei ihr, doch sie wird ihr Bild von mir haben. Ich hatte die Beziehung einfach kaputtgemacht, wie viele andere auch.
Ich hatte damals meine Aggressionen nicht im Griff und schwankte zwischen ihnen und kleinkindlichem Verhalten. (Heute versuche ich wenigstens lustig zu sein.) Wir können mittlerweile wieder miteinander reden, aber ich glaube, wirklich ernstnehmen kann sie mich nicht mehr. Doch ich bin froh, wenn sie wenigstens über meine Späße lachen kann!
Auch andere Beziehungen gingen schief
Bei meiner langjährigen Freundin, die aus einem asiatischen Land stammte, hatte ich mich völlig verrannt und vergaß alles andere. Doch bei aller Liebe spielte es für mich irgendwann auch eine Rolle, etwas eigenständiger und selbstbestimmter zu sein. Dazu gehörte auch eine finanzielle Unabhängigkeit. Aber ich flog aus jedem Job raus. Und irgendwann gab sie mir dann den Laufpass.
Eine andere Freundin, die auch eine Professionelle war, brachte mich mit ihren Eigenheiten aus der Fassung. Wir zofften uns, es gab ein Handgemenge. Ich ahnte nichts Schlimmes, da hatte ich eine Anzeige wegen Körperverletzung am Hals. So verrückt, wie ich war, brach ich dennoch den Kontakt zu ihr nicht ab. (Sie auch nicht.) Erst lange Zeit später.
Manche Erinnerungen sind schwer erträglich
So viel Kontakt mit der Polizei, wie in dieser Beziehung, hatte ich mein ganzes Leben nicht. Dieses unstete, ruhelose Leben hielt ich irgendwann nicht mehr aus. Ich musste mich dann auch von ihr abwenden. Aber ich entschuldige mich immer wieder bei ihr, wie auch bei zwei anderen Freundinnen, die ich hier nicht erwähnt habe.
Von einer dritten Frau, bei der ich mich gern entschuldigen würde, kann ich leider keine Adresse mehr ausfindig machen. Mir fällt auch ihr Nachname nicht mehr ein. Vielleicht passiert das noch irgendwann.
Viel mehr, als mich zu entschuldigen, kann ich nicht tun. Vielleicht könnte es sogar vollkommen falsch aufgefasst werden.
In der Rückschau kann ich mir selbst zugutehalten, dass ich völlig ahnungslos war und gar nicht wusste, worauf ich mich manchmal einließ. Doch schützen Unwissenheit und auch Sorglosigkeit leider nicht vor Schuld. Sie können vielleicht „strafmindernd“ sein. Insofern habe ich mit manchen Erinnerungen ganz schön zu kämpfen.
Mein Fazit: Ich kann es heute und in der Zukunft besser machen und mich eben für Vergangenes entschuldigen.
Liebe Grüße und gute 24 Stunden
Peter, Alkoholiker
