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Monatszeitschrift AA-DACH

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AA-DACH, die Zeitschrift der deutschsprachigen Anonymen Alkoholiker erscheint monatlich und kann in der Printversion ausschließlich über unser gemeinsames Dienstbüro in Deutschland bezogen werden.

Bitte benutze dazu unseren Bestellschein und sende ihn ans Dienstbüro:

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Mail: vertrieb@anonyme-alkoholiker.de

Post: Literaturvertrieb, Anonyme Alkoholiker Interessengemeinschaft e.V.

Frankfurter Allee 40, D-10247 Berlin

 

Der Lieferung liegt dann eine Rechung samt Erlagschein bei, mit der du bezahlen kannst.

 

Die Zusendung erfolgt in einem undurchsichtigen Kuvert mit dem neutralen Absender "Literaturversand". Es können nur Jahresabos (Kalenderjahr) bestellt werden.

Die in AA-DACH veröffentlichten Artikel sind Beiträge von AA-Freund*innen, die auf ihren Erfahrungen mit der Nüchternheit mithilfe des AA-Programms beruhen. Sie stellen keine Stellungnahme der Gemeinschaft der AA dar und können nicht auf AA als Ganzes bezogen werden, vielmehr präsentiert sich die AA-Gemeinschaft hier in all ihrer Verschiedenheit und Verbundenheit.

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Mail: AA-Redaktion@anonyme-alkoholiker.de

Post: Redaktion AA-DACH, Anonyme Alkoholiker Interessengemeinschft e.V., Frankfurter Allee 40, D-10247 Berlin

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Hier findest du die kommenden Monatsthemen.
 

LESEPROBE AA-DACH Oktober 2026:

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Brücken für meine Inventur

 

Fehler zuzugeben habe ich erst bei AA gelernt. Vorher hatte ich eher die Einstellung: Was man mir nicht beweisen kann, hat niemals stattgefunden. An mich selber hatte ich den Anspruch, fehlerlos sein zu müssen, weil ich sonst meine Existenzberechtigung verliere. Entsprechend suchte ich mit dem Mut der Verzweiflung Ausflüchte und Begründungen, wenn wieder mal etwas schiefgelaufen war.

Durch die Erfahrung der Freunde in den Meetings erfuhr ich, dass es auch anders geht. Vor allem, dass es mehr Lebensqualität und Frieden bringt, meine Fehler zuzugeben und zu ihnen zu stehen.

 

Über die Jahre des Trinkens war es mir völlig selbstverständlich geworden, ständig zu lügen. Auch wenn es eigentlich völlig egal war oder gerade nicht die geringste Notwendigkeit dazu bestand. Deshalb begann ich, diese ständigen Unwahrheiten zu berichtigen, sobald es mir wieder einmal bewusst geworden war. Es kam auch öfter vor, dass ich bei Gesprächen mit anderen völlig überzogen reagierte und etwas Grantiges von mir gab. Auch hier lernte ich langsam, zu meinen Fehlern zu stehen.

 

Die drei „lautesten“ Geschichten

 

So habe ich schon bald mit der Arbeit im Vierten und Fünften Schritt begonnen. Ich habe mich am Abend hingesetzt und bin meinen Tag schriftlich durchgegangen, anfangs eher gezwungenermaßen, wenn ich einen sehr unrunden Tag hatte. Langsam kam ich aber auf gewisse Gesetzmäßigkeiten. An unrunden Tagen machte ich meinen Zehnten Schritt. Das half immer recht bald, und meine Lebensqualität verbesserte sich binnen Stunden oder Tagen.

 

Daraufhin vernachlässigte ich natürlich meinen Zehnten Schritt wieder, weil es ja immer so viel Wichtigeres zu tun gab! Das hatte wiederum zur Folge, dass meine Tage zusehends unrunder wurden, bis ich endlich wieder damit begann. Dabei habe ich dann täglich versucht, die wichtigsten Situationen des Tages in Worte zu fassen.

Manchmal saß ich mit dem Gefühl da: Heute war eh nix los! Dann habe ich versucht, die drei „lautesten“ Geschichten zu beschreiben. Egal, ob gut oder schlecht – halt die drei Sachen, die mich am meisten bewegt, aufgeregt oder berührt haben.

 

Stichworte auf einem Zettel

 

Ich erkannte nach und nach meinen Hang, Unangenehmes zu verdrängen. Ich bauschte z. B. Nichtigkeiten so sehr auf, dass kein Platz mehr für die wirklich wichtigen Sachen blieb. Ich trickste mich dadurch aus, dass ich mir nun schon während des Tages immer wieder Stichworte zu Situationen oder Vorfällen machte. Am Abend ging ich dann meinen Tag mithilfe dieses Zettels chronologisch durch.

 

Das hatte zur Folge, dass ich wesentliche Ereignisse viel seltener unter den Tisch fallen lassen konnte. Diese Methode hat sich bewährt, und ich mache es immer noch so. Manchmal, wenn besonders viel los ist oder die Tage besonders lang sind, habe ich mir den Tag auch schon in zwei Teile aufgeteilt.

 

Im Buch „Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen“ steht auf Seite 84: „Es ist eine Tatsache, dass immer dann, wenn wir eine innere Unruhe verspüren, mit uns etwas nicht in Ordnung ist. Wenn uns jemand verletzt und wir uns dadurch gekränkt fühlen, sind auch wir im Unrecht.“ Es war für mich ein Schlüsselerlebnis, als ich diese Sätze das erste Mal wirklich voll und ganz akzeptieren durfte.

 

Ich kann mich noch erinnern, wie viele nutzlose Stunden ich früher damit verbracht habe, beweisen zu wollen, warum der andere an meinem momentanen Leiden schuld ist. Es wird nichts anders davon. Außer, dass wertvolle Zeit vergeht und ich mich schlecht fühle. Nur wenn ich mich selbst anschaue und Verantwortung für meine Gefühle und Taten übernehme, besteht die Chance auf Veränderung. In dem Moment, wo ich meinen Teil annehmen, benennen und auch wirklich zugeben kann, wird mir augenblicklich leichter ums Herz.

 

Besser genau hinschauen statt ärgern

 

Genauso läuft es mit dem Ärgern und dem Zorn. Solange ich damit beschäftigt bin, zu erklären, warum ich mich in diesem einzigartigen, besonderen Fall ärgern muss und es ausnahmsweise auch wirklich erlaubt ist, vergeht wertvolle Zeit – meine Zeit. Ich ärgere mich – der andere weiß ja gar nichts davon. Ich bin draufgekommen, dass ich meine Ohnmacht einem Menschen oder einem Vorfall gegenüber nicht eingestehen will. Solange ich mich ärgere, entsteht kurzfristig das Gefühl von Macht. Ich bilde mir ein, alles unter Kontrolle zu haben. Sobald die Energie verpufft ist, bin ich genauso weit wie vorher. Ich bin noch immer machtlos, nur habe ich jetzt den seelischen Kater vom Ärgern noch dazu.

 

Seit ich diese Zusammenhänge durchschaut habe, habe ich festgestellt, dass Ärgern fast keinen Spaß mehr macht. Keine Macht, kein Kick in meiner Gefühlslage. Kaum möchte ich mich aufblasen und ärgern, fällt mir ein, wie es in ein paar Minuten enden wird. Das verleidet mir das Ärgern gründlich. Wäre ja auch zu blöd – der Trottel dabei bin auf jeden Fall ich. Das möchte ich mir nicht mehr antun. Es bringt viel mehr hinzuschauen, was der Auslöser des Ärgerns ist. Welche Situation mag ich nicht, welche Person? Wenn ich das ernsthaft versuche, merke ich recht schnell, was dahinter ist, anstatt mich sinnlos zu ärgern, und ich lerne mich besser kennen.

 

Wir sollen uns ja um Fortschritt, nicht um Perfektion bemühen. Wenn ich mir eingestehen kann, was da falsch gelaufen ist, wird mir immer augenblicklich leichter. Wenn ich beginne, meine Verfehlungen wirklich zu bereuen, entsteht Hoffnung, dass es auch anders werden könnte.

 

Und spätestens, wenn ich meinen liebenden Gott darum bitte, mich in meiner Ohnmacht und in meiner Unzulänglichkeit anzunehmen, entsteht wieder Geborgenheit und Frieden.

 

Habt eine wertvolle Zeit,

Christian, Alkoholiker aus Österreich

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