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Monatszeitschrift AA-DACH

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AA-DACH, die Zeitschrift der deutschsprachigen Anonymen Alkoholiker erscheint monatlich und kann in der Printversion ausschließlich über unser gemeinsames Dienstbüro in Deutschland bezogen werden.

Bitte benutze dazu unseren Bestellschein und sende ihn ans Dienstbüro:

Mail: vertrieb@anonyme-alkoholiker.de

Post: Literaturvertrieb, Anonyme Alkoholiker Interessengemeinschaft e.V.

Frankfurter Allee 40, D-10247 Berlin

 

Der Lieferung liegt dann eine Rechung samt Erlagschein bei, mit der du bezahlen kannst.

 

Die Zusendung erfolgt in einem undurchsichtigen Kuvert mit dem neutralen Absender "Literaturversand". Es können nur Jahresabos (Kalenderjahr) bestellt werden.

Die in AA-DACH veröffentlichten Artikel sind Beiträge von AA-Freund*innen, die auf ihren Erfahrungen mit der Nüchternheit mithilfe des AA-Programms beruhen. Sie stellen keine Stellungnahme der Gemeinschaft der AA dar und können nicht auf AA als Ganzes bezogen werden, vielmehr präsentiert sich die AA-Gemeinschaft hier in all ihrer Verschiedenheit und Verbundenheit.

Wenn du selbst einen Beitrag schreiben möchtest, sende ihn bitte an:

Mail: AA-Redaktion@anonyme-alkoholiker.de

Post: Redaktion AA-DACH, Anonyme Alkoholiker Interessengemeinschft e.V., Frankfurter Allee 40, D-10247 Berlin

Hier findest du die kommenden Monatsthemen.

Heiland, lass Hirn vom Himmel fallen!

 

Gerade heute Morgen schrieb ich in mein Tagebuch: „Nach längerer, nach wie vor anhaltender emotionaler Instabilität … suche ich unentwegt nach Lösungen. Dabei bleibe ich im Kopf hängen und bewirke so wenig. Die geistig erfüllteste Zeit hatte ich, als ich wirklich auf Gott vertraute. Nun fällt es mir wieder so schwer, meine Höhere Macht anzuerkennen. Daran arbeite ich!“

 

Jetzt, am späten Nachmittag, lese ich das AA-DACH und dieses Monatsthema. Eine weitere gute Gelegenheit, mich mit meinem Glauben und Nichtglauben auseinanderzusetzen. Wie viele Alkis, die ich kenne, habe ich mit meinem gespaltenen Wesen zu kämpfen. Auch nach zehn Jahren Trockenheit noch. In den letzten drei Jahren mehr als in den ersten, als die Verzweiflung noch so groß war, dass ich alles getan hätte. Hauptsache nicht mehr dahin, wo ich herkam. Nach und nach stellte sich ein zufriedenes und ja, auch sehr glückliches Leben ein. Völlig frei von diesen ewigen Selbstzweifeln. In meiner Mitte. Vollkommene Harmonie. Und Gott war Tag für Tag an meiner Seite.

 

Irgendwann verlor ich die Verbindung zu Gott

 

Beruflich wurde ich immer erfolgreicher. Privat haben wir uns alle Träume erfüllt. Auch hart dafür gearbeitet. Und dann, dazwischen, irgendwann auf der Strecke, verlor ich Gott. Meine Höhere Macht. Das Band, das mich verband mit dem, was größer ist als ich selbst. Immer wieder, Jahr für Jahr, spürte ich es, kehrte wieder an den Anfang, packte das Ende und begann mich wieder zu verbinden. Aber das Band wurde immer dünner. Mein innerer Widerstand von Jahr zu Jahr größer. Alter Hass kehrte zurück. Hass auf die Menschen; auf die Zeiten und das, was sie mit sich brachten. Warum kein Frieden auf der Welt? Warum sind nicht alle nett und freundlich zueinander?

 

Mein Denken wurde immer dunkler

 

Und während mehr und mehr von dem Schwarzen in mein Denken zurückkehrt, verdrängt es das Gute in mir, das ich weitergeben könnte. Die wackeligen Stelzen der emotionalen Instabilität sind wieder unter mir. Heute bin ich saugut drauf, morgen wünsche ich mir, vom Bus überfahren zu werden. Diesmal nüchtern und allein damit. Weil ich nach außen wieder das alte Schauspiel zeige: „Bei mir ist alles bestens! Klar, jeder hat mal schlechte Tage. Das ist morgen wieder vorbei. Könnte ja auch schon ein bisschen Prä-Menopause sein. Da hat man mal Stimmungen.“

 

Ernsthaft glauben statt halbherziger Versuche

 

Oder vielleicht habe ich das spirituelle Werkzeug immer nur lose im Hosenbund stecken, ohne es wirklich zu benutzen. Darüber schwafeln kann ich prima. Aber weiß ich überhaupt noch, wie es zu nutzen ist? Heute ist der Tag, an dem ich es in beide Hände nehme, den Tag mit spirituellen Gedanken begonnen habe, darüber reflektierte und Worte in mich eindrangen. Und auch der Widerstand, dass Gott und Höhere Macht und all das, außer der reinen Logik, ohnehin großer Käse ist. All das ist heute viel kleiner. Und was soll ich sagen? Das Gedankenkarussell mit jedem Platz besetzt mit Sch*** ist heute fast leer. Nur, weil ich es versucht habe. Was könnte nur wieder für Ruhe einkehren, wenn ich es mehr als versuchen würde? Wenn ich es richtig leben würde! Wie zum Anfang. Als ich nicht immer wieder alles infrage stellte. Obwohl ich niemandem schadete, wenn ich glaubte. Es spielt keine Rolle, ob die Höhere Macht, Gott oder was auch immer existiert. Daran zu glauben reicht völlig aus! Das weiß ich aus eigener Erfahrung. 2015 bis 2020 ging es mir immer besser und besser. Mein Glaube wurde stärker und stärker.

 

Zurück auf festen Grund

 

Meine Mutter sagte immer: „Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Glatteis!“ Das ist irgendwo, irgendwann passiert. Und statt meinen Hintern wieder vom Eis zu bewegen, schwurbele ich da irgendwo immer wieder am Rand herum, bis es einigermaßen geht. Um dann wieder in die Mitte des Sees zu laufen, wie ein Masochist auf der Suche nach Schmerz. Jetzt steh ich hier wieder irgendwo am Rand herum. Halbherzig bereit, auf die Wahrheit zu sehen. Völlig bereit, daran zu arbeiten.

Ich geh wieder zurück auf den festen Untergrund des Glaubens. Mit dem heute eingeschlagenen Weg. Wenn dieser damals funktioniert hat, kann er wieder funktionieren. Ich mache mich jeden Tag neu auf die Socken. Nur dann kann es überhaupt funktionieren.

 

Gute 24 Stunden und mögt ihr alle bei eurer Höheren Macht sein.

 

Danke fürs Lesen.

Sam aus Goslar

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