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AA-DACH, die Zeitschrift der deutschsprachigen "Anonymen Alkoholiker" erscheint monatlich und kann ausschließlich über unser gemeinsames Dienstbüro in Deutschland bezogen werden. Die Bestelladresse finden Sie am Ende dieses Artikels.

DACH Cover 17 08

In AA-DACH werden Erfahrungen der jeweiligen Verfasser/Innen mit dem AA-Programm (Schritte, Traditionen, Meetings-Begegnungen, Sponsorschaft etc.) veröffentlicht. Sie stellen keine Stellungnahme der Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker dar und können nicht auf AA als Ganzes bezogen werden.

Die kommenden Monatsthemen finden Sie hier: externer Link

"Besonnenheit und Liebe"
lautete das Monatsthema der Ausgabe vom September 2017.

Als Leseprobe haben wir für Sie einen Artikel zum diesem Monatsthema ausgewählt:

Ich bin brav im 9. Schritt unterwegs!

Wenn mich jemand fragt, kann ich sagen, ich habe in meiner Vergangenheit aufgeräumt! Da liegen keine Leichen mehr im Keller; ich habe die Tür nicht zugeschlagen (wie in den Versprechungen, Blaues Buch S. 96, vorgeschlagen); ich habe mit allen Verwandten und Freunden über meine Krankheit und ihre Auswirkungen gesprochen; ich habe meine Fehler, Fehlentscheidungen und Fehlverhalten der Vergangenheit eruiert und mit den betroffenene Menschen geklärt; ich habe dort, wo es möglich war, besonnen und zartfühlend Abbitte geleistet. Ich glaube fest, dass ich nicht einen Menschen mit meiner Wiedergutmachung „überfahren“, keinen einzelnen verletzt habe. Tatsächlich wurde ich bei meinen Aktionen kein einziges Mal brüskiert – offensichtlich habe ich bei allen den rechten Zeitpunkt und die richtigen Worte gefunden, sodass es nie zu Schwierigkeiten kam. Ich brauchte allerdings 10 Jahre, um meinen Ex-Ehemann zu vergeben und ihn zu trösten, dass ich nicht wegen ihm getrunken hätte. Und dabei gibt es noch heute Tage, wo ich denke, vielleicht wäre er doch als Auslöser meiner Krankheit schuld gewesen – aber mein heutiges Wissen über Alkoholismus und mich selbst rückt mich dann gleich wieder zurecht. Ich bin bemüht, heute in meinem Leben alles wieder  g u t  zu machen, was ich früher nicht beachtet oder schleifen habe lassen. Ich versuche aufrichtig, ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft im Allgemeinen und der Gemeinschaft AA im Besonderen zu sein. Meine Dienste in AA nehmen da einen großen Raum ein. Wenn ich diesen Absatz lese, kann ich deutlich spüren, dass ich mich eigentlich so zufrieden wie eine Made im Speck fühle!

Ja, was ist denn da passiert?

Schon seit letztem August habe ich bei der Vorbereitung des Alpenländertreffens ALT in Leoben mitgearbeitet. Es ist mir ein Bedürfnis, die Menschen, die sich für AA einsetzen, zu unterstützen, und das tatkräftig! Mitte Jänner eröffnete mir meine älteste Enkeltochter, dass sie Leukämie hätte und sofort mit der ersten Chemotherapie beginnen würde. Nach der ersten Schock-Starre habe ich beschlossen, das Meinige zu tun: ich wollte für sie da sein. Das habe ich auch seither durchgezogen und sie bis vor kurzem einmal pro Woche in Salzburg (ich wohne ja in Wien) in der Aplasie-Station besucht. Gleich in den ersten Tagen des März brach meine Mutter (88) sich den Oberschenkel (Gott sei Dank den Knochen und nicht den Oberschenkelhals!). Es lag an mir, sie im Spital und dann in der Rehabilitation zu besuchen und zu versorgen. Natürlich nahmen diese drei Situationen viel Zeit und Energie in Anspruch. Wie zu erwarten, lebte ich im letzten halben Jahr sehr fokussiert und intensiv. Wie ebenso zu erwarten, war ich Ende Mai nach dem ALT müde und ausgelaugt. In meiner noch bemessenen Freizeit dachte ich, relaxen zu dürfen, wenig zu tun und nur die notwendigsten Aktionen zu setzen. Das klingt wieder so faul wie die Made im Speck!

Da muss was geschehen!

Letzte Woche wollte ich dann meine ältere Schwiegertochter anrufen, weil ich den Eindruck hatte, es wäre höchste Zeit! Na, was heißt denn da höchste Zeit? Jetzt ist Anfang Juli und ich hatte seit Mitte April nicht mehr mit ihr gesprochen, weil ich die Zeit aus den Augen verloren hatte. Da habe ich wohl die gute Ausrede des „Lebens im Heute“ – aber nachlässig will ich doch auch nicht erscheinen! Ich konnte meine inneren Widerstände beim Anrufen eindeutig spüren. Ihr wisst ja selbst, wie das ist, wenn man etwas auf des Teufels liebstes Möbelstück (= die lange Bank) geschoben hat: es wird täglich immer schwieriger, dieses verschlampte Vorhaben doch noch durchzuführen. Da stritt es also in meinem Kopf einige Zeit zwischen „Es kommt auf einen Tag mehr oder weniger nicht an!“ und „Da muss ich sofort anrufen!“ herum, bis ich dann doch zum Hörer (also eigentlich zum Handy) griff und mit ihr sprach. Natürlich begann ich mit einer Entschuldigung, die sie annehmen konnte, weil sie ja um meine Situation wusste. Mir blieb aber doch der schale Nachgeschmack im Mund, dass mein Verhalten nicht richtig war – mein 10. Schritt ist Zeuge, dass mir meine Faulheit tagelang Unbehagen bereitete.

Da will ich was ändern!

… und wenn Sie wissen wollen, was die  Autorin geändert hat, dann abonnieren Sie doch einfach diese Zeitschrift!

 

Die Bestelladresse für unsere Monatszeitschrift AA-DACH lautet: 

Anonyme Alkoholiker Interessengemeinschaft
Literaturvertrieb
Postfach 11 51
84122 Dingolfing
Deutschland

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Die Zusendung erfolgt in einem undurchsichtigen Kuvert mit dem neutralen Absender Literaturversand.

Der Preis beträgt 2,25 € pro Exemplar zuzüglich Versandkosten.

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